Praxistipp: „Mut – oder: Wie geht Veränderung?“

Mut ist der Wille, Widerstände beim Erreichen von Zielen zu überwinden. Zu Mut gehören Tapferkeit, Ausdauer, Authentizität und Tatendrang.
Um diese Charakterstärken entwickeln zu können, braucht man Ziele. Man kann es auch wie Hermann Hesse ausdrücken: „Man muss seinen Traum finden, dann wird der Weg leicht“.

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Kennen Sie Ihre Ziele?

Oft weiß man nur, dass eine Situation auf Dauer nicht gut tut. Man fühlt: Etwas muss sich ändern. Irgendwann ist man so weit, dass man fliehen will. Nur wohin? Zurück ins „normale Leben“!

Doch wie finden Sie die Ziele Ihres „normalen Lebens“? Dabei hilft die SMART-Formel von Patzelt.

Spezifisch: Die im Ziel beschriebenen Verhaltensweisen sind konkret und sinnes- und situationsspezifisch beschrieben.

Machbar: Das Ziel ist umsetzbar und passt zum derzeitigen Leben.

Attraktiv: Die mit dem Ziel verbundene Vorstellung ist emotional positiv und attraktiv.

Relevant: Der Zielzustand macht den klaren Unterschied zur Jetzt-Situation, der sowohl „innen“ als auch in der Beziehung mit anderen wahrnehmbar ist.

Tonisch: Andere nehmen beim Sprechen übers Ziel und den Zielzustand eine gute Energie wahr, die den Beginn von etwas Neuem signalisiert.

Hören Sie auf Ihren Bauch?

Der Neurobiologe Antonio Damásio findet Rene Descartes Ausspruch: „Ich denke also bin ich“, müsste ersetzt werden durch: „Ich fühle also bin ich“. Wir setzen rational getroffene Entscheidungen nur dann in Handeln um, wenn uns unsere Intuition – also unser Erfahrungswissen – über emotionale Empfindungen signalisiert, dass das in Ordnung geht. Wir bekommen also ein gutes Bauchgefühl, genauso wie eine schlechte Emotion ein Bauchgrummeln auslösen kann.

Hören und achten Sie auf Ihren Körper. 

Vertrauen Sie sich, dass Sie mit all dem Erfahrungswissen, das Sie haben, besser entscheiden als mit der reinen Ratio.

Machen Sie den ersten Schritt

Die bevorzugte Zone des Menschen ist die Komfortzone. Wenn die Situation, in der man sich befindet, allerdings unerträglich ist, dann will man Veränderung. Zur Veränderung benötigt man zu allererst Mut, den ersten Schritt zu gehen. Was ist dann zu tun?

Hinsehen kann weh tun

Sich eingestehen zu müssen, dass man lange einer Idee, einem Glaubenssatz, einem Menschen gefolgt ist, der dann doch nicht das ist, was einem guttut.

Suchen Sie Hilfe – es ist kein Zeichen von Stärke!

Vielleicht braucht man dann Hilfe. Ein Buch, ein Video, einen unabhängigen Menschen, dem man sich öffnen kann. Sich Öffnen ist kein Kinderspiel, wir haben es nicht gelernt.

Es sind die kleinen Schritte, die echte Veränderung bewirken

Oft weiß man nicht, wo man anfangen soll. Und vielleicht erstarrt man deshalb. Umso wichtiger ist es zu beginnen und den ersten Schritt zu tun. Egal, ob der sich dann als richtig oder falsch herausstellt.

Fragen Sie sich: „Was kann im schlimmsten Fall passieren, wenn ich den ersten Schritt gehe?“ „Kann ich mit den Folgen leben?

Man braucht auch Mut zur Hartnäckigkeit.

Hat man dann den ersten passenden Schritt gemacht, heißt es durchzuhalten. Auch von kleinen Rückschlägen und Niederlagen darf man sich nicht einschüchtern lassen. Hier ist das Wundermittel die Hartnäckigkeit, nicht vor sich selbst und den Stürmen des Lebens aufzugeben.

Über den Autor: TUM Alumnus und Mentor Wolfgang Parnitzke ist Business Coach für Fokus und Achtsamkeit. Zuvor war er in verschiedenen Unternehmensbereichen und Führungspositionen bei internationalen Konzernen tätig.