Praxistipp: Selbstgespräch über die Sinn-Inhalte Ihres Lebens

Sind Sie neugierig, einmal ein Selbstgespräch über Sinn-Inhalte Ihres Lebens zu führen? Wofür das wichtig ist? Das erkennen Sie unter Umständen eher während des Gespräches, das Sie übrigens laut mit sich selbst führen sollten.

Nehmen Sie Ihre Selbstführung in die Hand. Skulptur Johannes Berthold – Diskos 1985 (Foto: privat)

Nehmen Sie sich Zeit und suchen Sie in Ruhe Ihre Antworten auf folgende drei Fragen:

1) Gibt es in meinem Leben Aufgaben, die ich nicht missen möchte?

2) Nutzt mein Leben vorwiegend mir selbst – auch anderen?

3) Worauf stützt sich meine Selbstachtung?

Hinweise zu den drei Fragen:

Seien Sie misstrauisch, wenn die Antwort sich Ihnen sofort aufdrängt, unter Umständen ein Rechtfertigungsbedürfnis sie auslöst. So dass Sie zum wirklichen Kern der Antwort nicht kommen. Vielleicht weil eine dieser Fragen unangenehme Gefühle in Ihnen entstehen lässt.

Anmerkung zu Frage 1)  Aufgaben, die Sie benennen, sind dies Aufgaben für die ich „lebe“ oder sind es Aufgaben, bei deren Erfüllung ich Ansehen und materielle Güter empfange?

Anmerkung zu Frage 2)  Komme ich dabei vielleicht zu kurz? Bin ich auf einem Ego-Trip? Geht es mir wirklich gut, so wie ich jetzt und in nächster Zukunft lebe? Und vielleicht schließt sich daran schon eine weitere Frage an, die ich mir unmittelbar stelle: Bin ich dabei aus meinem Leben etwas zu machen?

Anmerkung zu Frage 3) Was erlaubt es mir, von mir etwas zu halten? Wie sehen mich meine Freundinnen und Freunde? Kann ich mit einigen von ihnen über solche Fragen reden? Wie erlebe ich Menschen in meiner Umgebung, wenn ich diese Frage nach der Selbstachtung auf sie beziehe und mich gleichzeitig dabei sehe. Muss ich mich eigentlich mit anderen vergleichen?

Anhand dieser und weiterer Fragen kann ich mir selbst zeigen, wie reich ich tatsächlich bin, wie reich an SINN-Möglichkeiten mein Leben heute schon ist und wie viel ich davon mir noch erarbeiten kann.

Nehmen Sie sich Zeit, regelmäßig sich solche Fragen zu stellen. Und wenn Ihnen selbst nicht die Fragen dazu einfallen, dann greifen Sie beispielsweise auf Max Frisch zurück und suchen sich Fragen aus in seinem  „Fragebogen“.