Bewegung und Aufbruch.

Innovation braucht Talente. Damit ist die TUM gut aufgestellt. Bei uns finden die besten Köpfe der Welt zueinander. Motivierte Studierende treffen auf brillante Forscherinnen und Forscher aus dem In- und Ausland. Nach ihrem Abschluss tragen unsere Alumni den „zündenden Funken der Wissenschaft“ in die industrielle Welt, ganz so wie es sich mein Vorgänger Karl Max von Bauernfeind vor 150 Jahren als Gründungsdirektor unserer Universität gewünscht hat. Die Erfahrungen aus ihrem Wirken in Industrie und Gesellschaft bringen die Alumni wiederum zurück an ihre Alma Mater und sorgen für den Austausch zwischen wissenschaftlicher Forschung und praktischer Anwendung. So kommt die Invention der Wissenschaft zur Innovation der Märkte.

Zum dritten Mal in Folge zählt das Reuters-Ranking die TUM zu den Top 10 der innovativsten Universitäten Europas. Bei der Erforschung künstlicher Intelligenz besetzt unsere Universität laut dem Magazin Times Higher Education den sechsten Rang weltweit. Damit das so bleibt, damit wir auch in den nächsten 150 Jahren Spitzenpositionen einnehmen, müssen wir uns herausfordern lassen von den schwierigsten technischen Fragestellungen der Zeit. Heute sind wir in der Elektromobilität vorne dabei, aber auch bei avantgardistischen Ansätzen der Luft- und Raumfahrt, deren Aufbruchstechnologien vor über 100 Jahren bei uns zu Hause waren – ich nenne Aurel Vlaicu und Claude Dornier. Unsere Mediziner am Universitätsklinikum rechts der Isar transplantieren einem Unfallopfer zwei komplette Spenderarme und eröffnen damit ein neues Kapitel in der Medizingeschichte.

Spitzenforschung an künstlicher Intelligenz

Gegründet haben wir in unserem Jubiläumsjahr die Munich School of Robotics and Machine Intelligence (MSRM). Maschinen werden uns nicht ersetzen, aber mit zunehmender „Maschinenintelligenz“ unser Leben erleichtern. Die TUM wird diese Entwicklung maßgeblich mitgestalten. Gründungsdirektor ist der neu an die TUM berufene, international renommierte Ingenieur und Informatiker Professor Sami Haddadin, selbst TUM Alumnus (Diplom 2005, Master 2009), der seine umfassende Expertise nun wieder an seiner Alma Mater einbringt.

Die interdisziplinäre Verbindung der Fächer, die kurzen Wege zum Austausch von Forschungsdaten und Erfahrungswissen, das ist eine der großen Stärken der TUM. Technik muss immer einen Rückbezug zum Menschen haben. Sie ist für den Menschen da und nicht für sich selbst. Deshalb integrieren wir fortan die Geistes- und Sozialwissenschaften, die Politikwissenschaft eingeschlossen, in unsere Agenda. Als Universität müssen wir ständig in Bewegung bleiben, um für Talente aus dem In- und Ausland attraktiv zu sein und um die junge Generation für die Bewältigung der anstehenden Aufgaben zu rüsten. Die TUM startet zum kommenden Wintersemester einen neuen B.Sc.-Studiengang und sechs neue Masterstudiengänge. Darunter sind auch die ersten beiden Angebote der TUM School of Management am neuen TUM Campus Heilbronn und ein Angebot am Campus Straubing für Biotechnologie und Nachhaltigkeit, der seit Oktober 2017 voll in die TUM integriert ist.

Europas größter und modernster Sportcampus

Im Olympiapark entsteht derzeit Europas größter und modernster Sportcampus. Bewegung und Ernährung sind die wichtigsten, einander ergänzenden Präventionsfaktoren zur Gesunderhaltung. Die wissenschaftliche Fundierung und Durchdringung sind Aufgaben einer Universität, die über die zugehörigen Ankerfakultäten verfügt, was auf die TUM in einer deutschen Alleinstellung zutrifft: Hier können Experten aus den Bereichen Sportwissenschaft, Ernährungswissenschaft und Medizin gemeinsam forschen.

Allein schon angesichts der exponentiell wachsenden Weltbevölkerung sind wir gehalten, Naturwissenschaft, Technik und Medizin fortzuentwickeln. Denn wir müssen in einem wohlhabenden Land hoher Lebenserwartung unseren Beitrag leisten, dass der wissenschaftlich-technische Fortschritt morgen auch zum Nutzen und Frommen der Menschen auf der Schattenseite des Lebens wird. Die TUM sieht den afrikanischen Kontinent als eine große Zukunftsaufgabe und stellt sich mit ihren vielfältigen Kompetenzen dieser Herausforderung. Sie ist bereits in zahlreichen Themenfeldern von Forschung und Lehre mit Afrika eng verbunden. Im letzten Jahr haben wir mit dem neuen Prototypen des aCar ein Elektroauto für Afrika vorgestellt. Es handelt sich um ein Fahrzeug, das sich die Menschen dort finanziell leisten können, es ist geländegängig und kann große Lasten transportieren. Das Afrika-Engagement der TUM wird in ihrem Jubiläumsjahr mit einem Symposium der Öffentlichkeit präsentiert. Die Initiative kommt vom interdisziplinären Kreis der TUM Emeriti of Excellence, die hiermit ein Thema aufgreifen, das in der europäischen- und in der Weltpolitik von allergrößter Relevanz geworden ist (S. 69 in diesem Heft).

Gut gerüstet für die Zukunft

Wir sind gut gerüstet für die Zukunft. Kräftig unterstützt durch den Freistaat Bayern und die Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder, können wir es dank umfassender, tiefgreifender Reformen der jüngeren Vergangenheit mit den weltbesten Partnern und Konkurrenten aufnehmen. Dennoch: Der Wettbewerb um die klügsten Köpfe beginnt täglich neu. Hier helfen uns großherzige Stifter und Mäzene, die der noch jungen TUM Universitätsstiftung insgesamt an die 50 Millionen Euro zugewendet haben, wie unter anderem das Alumni-Ehepaar Gabriele und Robert Hertle (Interview auf S. 40). Auch andere Alumni bringen an unserer Universität außerordentliches Erfahrungswissen ein und unterstützen die persönliche als auch fachliche Entwicklung der jungen Generation. Davon profitieren wir unaufhörlich und darauf sind wir stolz. Insgesamt sieben Alumni mit besonderen Lebensläufen können Sie in diesem Heft kennenlernen. Erfahren Sie ab S. 10, was sie dazu motiviert, ihren Weg zu gehen und warum sie – genau wie die TUM – nie stehen bleiben werden.

Die nächsten 150 Jahre warten auf uns – lassen Sie uns auch weiterhin gemeinsam und tatkräftig den „zündenden Funken der Wissenschaft“ in die Welt tragen!

Herzlich Ihr

Wolfgang A. Herrmann

Präsident (Diplom Chemie 1971)

Bild: TUM-Präsident Wolfgang A. Herrmann legte mit Wissenschaftsministerin Marion Kiechle im Mai 2018 den Grundstein für den Neubau des TUM Campus im Olympiapark. Im Jubiläumsjahr ist an der TUM so einiges in Bewegung. „Eine Universität ohne Baustelle ist keine Universität“, so der Präsident (Foto: Astrid Eckert/TUM).

Dieser Artikel ist erschienen in KontakTUM 2/2018:

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