Praxistipp: Kompetenzen sammeln und entdecken

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Vielen Menschen fällt es leichter die eigenen Schwächen als die persönlichen Stärken zu benennen. Mit dieser Übung wollen wir Sie ermutigen, sich mit Ihren Kompetenzen auseinanderzusetzen und dabei vielleicht die ein oder andere neue Stärke an sich zu entdecken.

Kompetenzen stehen für das, was Sie können und wissen, was Sie im Laufe Ihres Lebens – privat wie beruflich – erlernt haben und in Ihrem weiteren Leben einsetzen können. Sich der eigenen Kompetenzen bewusst zu sein stärkt das Selbstbewusstsein und hilft, Entscheidungen im beruflichen und privaten Leben zu treffen.

So kommen Sie Schritt für Schritt Ihren Kompetenzen und Stärken näher:

Schritt 1: Brainstorming

Nehmen Sie ein Blatt und schreiben Sie Ihre Kompetenzen auf, die Ihnen spontan einfallen. Denken Sie dabei an Ihre letzten Arbeitstätigkeiten, ehrenamtliche Einsätze in einem Verein oder auch Aufgaben innerhalb der Familie. Nennen Sie Ihre Kompetenz und beginnen Sie Ihren Satz mit:

„Ich kann…“
„Ich bin…“

Sollte Ihnen spontan nicht sehr viel einfallen, dann können Sie zur Anregung hier eine Kompetenzenliste downloaden. Übernehmen Sie die Kompetenzen, die auf Sie zutreffen in Ihre eigene Liste. Oder bitten Sie Ihre Mentorin/Ihren Mentor um Hilfe und fragen Sie Freunde und Kollegen, nach deren Einschätzung zu Ihren Stärken.

 

Schritt 2: Kompetenzen zuordnen

Nun geht es darum, die Kompetenzen zu sortieren. Dabei orientieren wir uns an dem Modell der Beruflichen Handlungskompetenz, das in der Beruflichen Bildung und der Personalentwicklung angewandt wird. Das Modell unterscheidet in fachliche, soziale, personale und methodische Kompetenzen:

Ordnen Sie Ihre in Schritt 1 gesammelten Kompetenzen den einzelnen Feldern zu.

Tipp: Wählen Sie vier Farben und markieren sie die einzelnen Wörter entsprechend farbig.

Fachliche Kompetenzen
z.B. Programmieren, Kochen, ein Flugzeug fliegen, analytisch denken, technische Kenntnisse im Umgang mit…, etc.

Soziale Kompetenzen
z.B. Verantwortung übernehmen, gute Balance zwischen Nähe und Distanz finden können, gut zuhören können, etc.

Personale Kompetenzen
z.B. Ausdauernd sein, herzlich, humorvoll, flexibel, zuverlässig, kritikfähig, etc.

Methodische Kompetenzen
z.B. Organisieren können, gut analysieren können, in der Lage sich neue Kenntnisse anzueignen, etc.

 

Schritt 3: Kompetenzen besprechen und bewerten

Setzen Sie sich im nächsten Schritt im Tandem zusammen und schauen Sie sich ihre einzelnen Kompetenzen unter folgenden Fragestellungen an:

1. Wo und wie haben Sie sich die jeweilige Kompetenz angeeignet?
2. Wie bewerten Sie diese Kompetenz auf einer Skala von 1 (wenig kompetent) bis 5 (sehr kompetent)?

Gerade der Austausch bei Frage 1 ist hilfreich, sich der eigenen Kompetenzen noch bewusster zu werden. Ganz nebenbei lernen Sie sich im Tandem noch besser kennen. Vielleicht können Sie beispielsweise „Ich bin ein guter Teamplayer“ damit unterstreichen, dass Sie seit 14 Jahren aktiv Fußball spielen und Teil einer Mannschaft sind. Portugiesische Sprachkenntnisse könnten Sie zum Beispiel mit einem einmonatigem Auslandsaufenthalt in Brasilien verknüpfen.

 

Schritt 4: Auswertung

Zum Abschluss schauen Sie auf Ihre Kompetenzen:

  • Gibt es stärker oder schwächer ausgeprägte Kompetenzbereiche?
  • Mit Blick auf Ihre beruflichen und persönlichen Ziele – gibt es Kompetenzfelder, die Sie gerne stärken würden/sollten?
  • Ist das Bild für Sie stimmig? Finden Sie sich in Ihrem Kompetenzenprofil wieder?

 

Schritt 5: Maßnahmen

Wenn es Kompetenzen gibt, die Sie gerne ausbauen möchten, überlegen Sie im Tandem oder auch mit Freunden, wie Sie an diesen arbeiten können. Besuchen Sie Seminare, lesen Sie Fachliteratur, machen Sie Übungen – die Möglichkeiten sind vielseitig.

 

Wir hoffen, Sie hatten Spaß bei der Übung und haben einen Zugang zu Ihren Stärken gefunden. Anmerkungen und Rückmeldungen nehmen wir gerne entgegen. Einfach telefonisch oder per E-Mail an mentoring@tum.de.