Heimat und Vertrauen.

Familien sind durch einzigartige Bande miteinander verbunden. Töchter und Söhne, Eltern und Großelternleben das Jahr über ihr eigenes Leben, haben persönliche Herausforderungen zu meistern, vielleicht sogar in den verschiedensten Ecken der Welt. Doch zu großen Festtagen kehren alle heim, nehmen Platz an der gemeinsamen Tafel und erzählen sich gegenseitig von den Ereignissen, die ihr Leben prägen und den Dingen, die sie gelernt haben. Auch die TUM Familie feiert in diesem Jahr ein besonderes Fest: Unsere Universität wird 150 Jahre alt.

Die unternehmerische Universität von Weltrang, die am 12. April 1868 als kleine „Königlich-bayerische Polytechnische Schule zu München“ von Ludwig II. König von Bayern gegründet wurde, begeht in diesem Jahr ihr Gründungsjubiläum. Vielen von uns bedeutet sie Heimat und Vertrauen. Und so werden anlässlich dieses großen Geburtstags die TUMlinge zu vielen Gelegenheiten zusammenkommen: die Studierenden mit ihren Träumen und Ideen, die Mitarbeiter- und Professorenschaft mit ihrer akademischen Leidenschaft, die Stifter und Mäzene mit ihrer Großherzigkeit und natürlich unsere Alumni mit ihren Erinnerungen und ihrem segensreichen Wirken als Naturwissenschaftler und Ingenieurinnen, Ärzte und Lehrerinnen. 67.000 Ehemaligebeleben mittlerweile unser weltweites Netzwerk. Einige von ihnen – mit außerordentlich bemerkenswerten Lebensläufen– erweisen der TUM anlässlich des großen Jubiläums die Ehre. Sie erzählen in diesem Alumni-Magazin von ihrer Kindheit, dem Studium, ihren privaten und beruflichen Erfolgen: VW-Konzernchef Dr. Herbert Diess, Regelungstechnik-Koryphäe Professorin Eveline Gottzein, Chemie-Nobelpreisträger Professor Ben L. Feringa, Schauspielerin Dr. Maria Furtwängler, Bundesligatrainer Manuel Baum und Universitätsstifter Rainer Stellwag erinnern sich an ihre Studienzeit und berichten, was sie ihrer Alma Mater zu verdanken haben. Im Herbst diesen Jahres begrüßen wir dann am 13. Oktober zum großen Alumni Homecoming(S. 74) so viele Ehemalige wie noch nie an der TUM. Geburtstage sind schließlich am schönsten, wenn man sie mit der ganzen Familie feiert.

Nur was sich bewegt

„Nur was sich bewegt, kann sich begegnen“ – so der aussagekräftige Aphorismus des deutschen Lyrikers Peter Rühmkorf. Das gilt gerade für einen Ort wie unsere Universität, deren entscheidende Triebkräfte Neugier und Innovationswille sind. Stetiges Wachstum und Bewegung prägen die Geschichte der TUM seit Anbeginn. Die Anfänge waren bescheiden – 400 Studenten und 24 Professoren bildeten 1868 den ersten Jahrgang.2018 sind es mehr als 40.000 Studierende und rund 550 Professorinnen und Professoren. Jeder vierte Studierende kommt mittlerweile aus dem Ausland. Längst sind wir eine internationale Universität. Spannende Neuerungen stehen 2018 ins Haus: Seit Februar ist das US-Unternehmen Google neuer „TUM Partner of Excellence“ und wird mit der TUM unter anderem in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Maschinelles Lernen und Robotik zusammenarbeiten. Google stiftete eine Million Euro in die TUM Universitätsstiftung, die insbesondere den akademischen Nachwuchs unterstützt. Zusammen mit der Dieter Schwarz Stiftung wird sich die TUM mit ihrer TUM School of Management in den Bildungscampus Heilbronn einbringen und dort einen eigenen Lehr- und Forschungsstandort aufbauen. In diesem Jahr wird das zentrale Infrastrukturprojekt GALILEO auf dem Campus Garching eröffnen. Neben dem neuen Audimax, der neuen Mensa und anderen Räumen für TUM-Einrichtungen werden mit ihm ebenfalls ein Hotel mit Gästehaus und ein Kongresszentrum auf den Forschungscampus ziehen und ihn weiter beleben. Für unsere Studierenden bauen oder renovieren wir Studienhäuser in München, Garching und Freising-Weihenstephan; in die neue Marke „StudiTUM“– so heißen diese Bauten fortan – investieren wir gut 20 Millionen Euro, die in unseren Nachwuchs gut angelegt sind.

Die Marke TUM hat Strahlkraft, unsere Absolventen sind in aller Welt gefragt. Weit über 4.000 gut geerdete, wetterfest ausgebildete Absolventinnen und Absolventen sowie gut 1.000 junge Doctores treten Jahr für Jahr in das Berufsleben ein. Das neueste „Employability Ranking“ sieht uns auf Platz 8 weltweit, eingerahmt von Oxford und Princeton. Jährlich entstehen 60 bis 70 neue Firmen aus der TUM heraus – aktuell sind über 12.500 Arbeitsplätze das Resultat der letzten zwanzig Jahre. Wir setzen es uns zum Ziel, unsere Studierenden für die verantwortliche Begleitung gesellschaftlicher Veränderungsprozesse zu rüsten. Damit diese die Zukunft für die kommenden Generationen gestalten.

Nulla dies sine linea!

Im Jubiläumsjahr feiern wir unsere Universität als Familie gemeinsam. Wir kehren gerne an unsere Alma Mater heim, lassen uns von den Neuerungen vor Ort inspirieren und geben unsere Erfahrungen weiter. In den nächsten Jahren werden Zusammenhalt und Engagement der TUM Familie mehr denn je gefordert sein. Denn es gilt, im immer härter werdenden internationalen Wettbewerb mitzuhalten. Packen wir gemeinsam an! „Nulla dies sine linea“ – kein Tag ohne Plan, kein Tag ohne Tagwerk. Jeder Tag ist für die Zukunft gemacht. Nehmen auch Sie sich in die Pflicht! Zeigen Sie mit Ihrer finanziellen Zuwendung an die TUM Universitätsstiftung im Jubiläumsjahr, was Sie Ihrer Alma Mater zu verdanken haben, und ermöglichen Sie der jungen Generation dieselbe gute Ausbildung, die seinerzeit Ihren beruflichen Erfolg begründet hat!

Verbunden mit dem Dank der Universitätsfamilie grüße ich Sie herzlich als Ihr

Wolfgang A. Herrmann

Präsident (Diplom Chemie 1971)

Bild: In seiner Ansprache auf dem Festakt zum Gründungsjubiläum der TUM am 12. April gedachte Präsident Wolfgang A. Herrmann all der Menschen, die zu Tausenden und Abertausenden fleißig und unprätentiös für die TUM gewirkt haben (Foto: Astrid Eckert/TUM). Die Rede im Wortlaut: https://portal.mytum.de/archiv/reden_p

Dieser Artikel ist erschienen in KontakTUM 1/2018:

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