Praxistipp: Erfahrungen teilen

Am Anfang jeder Mentoringbeziehung steht zunächst das gegenseitige Kennenlernen – unerlässlich für eine gute Zusammenarbeit im Tandem. Eine einfache und gute Methode ist das biografische Partnerinterview. Mentorinnen und Mentoren berichten von ihren Lebensläufen, Mentees von ihrem Weg bis zum Studium oder zur Promotion und von ihren Vorstellungen für die Zukunft. Entdecken Sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede, lernen Sie Ihre Interessen und Stärken kennen. Eine gute Grundlage für die weitere Zusammenarbeit.

Kaffeetasse, Stift und Blog.

Eine gute Methode zum gegenseitigen Kennenlernen ist das biografische Partnerinterview (Foto: Fotolia/magele-picture).

Im Mentoring kommen Alumni und Studierende zusammen, sie begegnen sich an ganz unterschiedlichen Punkten in ihrem beruflichen und privaten Leben. Mentees stehen mitten im Studium oder in der Promotion. Ihre Fragen drehen sich meist um den Berufseinstieg und die Karriereplanung aber auch um Work-Life Balance, die Stärkung der Persönlichkeit oder gar die Familienplanung. Mentorinnen und Mentoren bringen reichhaltige Erfahrungen mit. Sie haben berufliche Karrieren begonnen oder auch schon abgeschlossen, sie waren international tätig, haben Familien gegründet und bei all dem Erfolge aber auch Brüche und Neuanfänge erlebt. Ein reiches Erfahrungswissen, das Mentees Einblicke und Anregungen für die eigene Zukunftsgestaltung ermöglicht.

Wie es funktioniert – in vier Schritten zum Erfolg

  1. Suchen Sie sich aus den unten angegeben Themenblöcken ein Themengebiet aus. Es empfiehlt sich im Sinne des Verstehens von biografischen Entwicklungen mit Themen, die weiter zurückliegen zu beginnen. Z.B. mit der Entscheidung für das Studium, das Fachgebiet und dann zu Themen der Gegenwart und Zukunft weiter zu gehen.
  2. Legen Sie fest, wer mit der Rolle des Interviewers beginnt und wer in der Rolle des Befragten. Aufgabe des Interviewers ist es Fragen zu stellen, zuzuhören und ggf. durch vertiefende Fragen das Gespräch anzuregen und zu strukturieren. Voraussetzung für das Gelingen des Interviews ist das gegenseitige Interesse und eine gewisse Offenheit.
  3. Legen Sie mit den Interviews los, stellen Sie Ihre Fragen. Gerne können Sie sich zur besseren Erinnerung und Strukturierung des Gesprächs auch Notizen machen. Am Ende einer Interviewphase fasst der Interviewer kurz die wichtigen Eckpunkte zusammen, so bekommt der Interviewte eine Rückmeldung über seine Erzählungen und kann ggf. noch einzelne Punkte erklären oder verdichten. Nach Abschluss eines Themenblocks tauschen Sie die Rollen, der Interviewer wird zum Befragten. Wenn Sie Themenbereiche bearbeiten, die für den Mentee noch in der Zukunft liegen, dann richten Sie die Fragen auf Vorstellungen und Wünsche des oder der Mentee aus. Wie könnte eine mögliche Zukunft aussehen?
  4. Wenn Sie sich gegenseitig interviewt haben, nehmen Sie sich noch etwas Zeit für einen Abschluss. Welche Gemeinsamkeiten oder Unterschiede haben Sie entdeckt? Sind besondere Interessen oder Stärken deutlich geworden? Gibt es Themen, die bei einem nächsten Treffen besprochen werden sollen?

 

Schwebende Fragezeichen.

Stellen Sie Fragen zu den verschiedenen Themenbereichen (Foto: sdecoret – stock.adobe.com).

Themenbereiche wählen, eigene Fragen stellen

Ausbildung / Studium

  • Warum haben Sie sich für dieses Studium entschieden?
  • Welche Stationen gab es für Sie vor dem Studium?
  • Haben Sie bereits Praktika oder Ferienjobs gemacht?
  • Gab es bedeutsame Erlebnisse in Ihrer Studienzeit?
  • Haben Sie mal überlegt das Studium zu wechseln oder hinzuschmeißen?
  • Wie haben Sie während Ihres Studiums gelebt?
  • Welche Pläne hatten Sie damals für danach?

Berufseinstieg

  • Wie sind Sie zu Ihrem ersten Job gekommen?
  • Wie war Ihre Bewerbungsphase?
  • Können Sie sich noch an das erste Jahr im Job erinnern? Wie haben Sie den Wechsel vom Studium in den Beruf erlebt?
  • Wie lange waren Sie bei Ihrem ersten Arbeitgeber?
  • Gab es Menschen, die Sie unterstützt haben?

Beruf

  • Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?
  • Welche Qualifikationen braucht man für Ihre Tätigkeit?
  • Was gefällt Ihnen an Ihrer Tätigkeit besonders?
  • Gibt es etwas, was Sie in Ihrer beruflichen Tätigkeit gerne ändern würden?
  • Welche beruflichen Stationen hatten Sie bisher?
  • Was hat Sie zu möglichen Wechseln bewogen?

Internationales

  • Welche Sprachen sprechen Sie?
  • Wohin reisen Sie gerne? Welche Länder haben Sie schon erkundet?
  • Beurteilen Sie einen Auslandsaufenthalt als wichtig für Ihre berufliche Karriere? Wenn ja warum, wenn nein warum nicht?
  • Wo haben Sie im Ausland gelebt oder gearbeitet?
  • Wie haben Ihre Freunden, Familie und Lebenspartner/in auf die Auslandszeit reagiert?

Work-Life-Balance

  • Was für ein Mensch sind Sie privat? Wie würden Ihre Freunde Sie beschreiben?
  • Wie sieht für Sie der perfekte Feierabend aus?
  • Welche Sportarten mögen Sie? In welche Sportarten sind Sie aktiv?
  • Was sind für Sie die fünf wichtigsten Werte im Leben?
  • Wie ist die Rollenverteilung in Ihrer Familie?

Zukunft

  • Wie stellen Sie sich Ihre nächsten 2-5 Jahre vor?
  • Gibt es einen unerfüllten Wunsch in Ihrem Leben?

Wenn Sie Bedarf haben, mit jemand außerhalb Ihres Tandems zu sprechen, kontaktieren Sie bitte das Mentoring Team. Gemeinsam finden wir mögliche Lösungen und legen die nächsten Schritte fest: mentoring@tum.de

Mehr Informationen zum TUM Mentoring finden Sie hier