Auf höchsten Niveau. Die Geschichte der TUM

Vor 150 Jahren gründete König Ludwig II. die „Polytechnische Schule München“ mit Hochschulstatus. Rund 300 Studenten und 24 Professoren lernten und lehrten damals im hochmodernen und repräsentativen Neorenaissance -Neubau am Standort Arcisstraße. Seither hat sich viel verändert: 1877 zur Technischen Hochschule und 1970 zur Technischen Universität erhoben, ist die TUM heute vielfältiger, moderner und international vernetzter als je zuvor. Neben den inzwischen vier Standorten in Bayern (München, Freising, Garching, Straubing) unterhält die TUM mit TUM Asia eine Dependance in Singapur und sechs weitere Büros weltweit. 17 Nobelpreisträger und zahlreiche revolutionierende Erfindungen hat die TUM hervorgebracht, darunter Kühlgeräte, den Dieselmotor und die Entschlüsselung des menschlichen Proteoms.

145 Erfindungsmeldungen sowie an die 60 Patenterstanmeldungen jährlich machen die TUM zu einer der innovativsten Universitäten Europas. Mehrfach wurde die TUM als gründungsfreundlichste Universität prämiert. 70 Unternehmensgründungen jährlich in den letzten Jahren, und über 800 technologieintensive Firmenausgründungen mit zirka 14.000 neuen Arbeitsplätzen seit 1990 unterstreichen diese Sonderstellung. Aktuell geben rund 41.000 Studierende, mehr als 10.000 Beschäftigte und über 60.000 registrierte und aktive Alumni der TUM ebenfalls Gesicht und Profil. Viele Ehemalige haben führende Positionen in Wirtschaft, Staat und Gesellschaft inne und sind weltweit miteinander vernetzt. Im Jubiläumsjahr 2018 ist die TUM Familie eingeladen, gemeinsam zu feiern und auf die Geschichte ihrer Alma Mater zurückzublicken.

Die Geschichte eines Wissenschaftsunternehmens

Der Anfang als polytechnische Hochschule

1864: König Ludwig II. erlässt am 14. Mai eine neue Schulordnung für die technischen Lehranstalten in Bayern, die eine zentrale Polytechnische Schule vorsieht. Deren Eröffnung wird für 1868 avisiert. Bis dahin soll der Neubau errichtet sein.

1868: Am 12. April genehmigt König Ludwig II. die „organischen Bestimmungen“, also die Satzung, für die neue „Polytechnische Schule München“ mit Hochschulstatus. Gründungsdirektor ist der Vermessungsingenieur Karl Max von Bauernfeind. 301 ausschließlich männliche Studierende werden aufgenommen. Bereits am 3. November beginnen die Vorlesungen. Am 19. Dezember findet die Eröffnungsfeier statt. Es gibt die Allgemeine Abteilung (Mathematik, Physik, Nationalökonomie, Geisteswissenschaften), die Ingenieur- (Bauingenieur- und Vermessungswesen) und die Hochbau-Abteilung (Architektur) sowie die Mechanisch- technische (Maschinenwesen) und die Chemisch- technische (Chemie) Abteilung. 1872 kommt als sechste Abteilung die Landwirtschaftliche dazu.

Die Zeit als Königlich Bayerische Technische Hochschule

1877: König Ludwig II. verleiht die Bezeichnung „Königlich Bayerische Technische Hochschule zu München“. Die Gleichstellung mit den Landesuniversitäten wird explizit bestätigt.

1879: Carl von Linde verlässt als erster „Entrepreneur“ die Hochschule, um ein eigenes Unternehmen zu gründen und seine kältetechnischen Erfindungen mit seiner „Gesellschaft für Linde’s Eismaschinen AG“ zu vermarkten.

1899: Eine revidierte Satzung tritt in Kraft, die weitgehend bis 1957 bestehen bleibt. Neben Privatdozenten gibt es nun auch Titular- und Honorarprofessoren. Die Studentin Thekla Freitag aus Berlin wird mit Ausnahmegenehmigung als erste Hörerin der THM registriert.

1900: Die Studierendenzahl überschreitet erstmals die 2.000er Marke.

1901: Am 10. Januar erhält die Hochschule das Diplom- und Promotionsrecht, bereits am 8. Juli werden die ersten drei Absolventen promoviert und zwar im Fach Chemie.

1902: Prinzregent Luitpold genehmigt die freie Rektorenwahl. Bis dahin hatte die Leitung ein vom Staat ernannter Direktor inne. Diese neue Regelung ist maßgeblich dem diplomatischen Geschick des Mathematikers Walther von Dyck zu verdanken, der sich als letzter Direktor dafür einsetzt und danach als erster Rektor gewählt wird.

1905: Bayern ermöglicht als erstes deutsches Land das Frauenstudium an einer Technischen Hochschule. Agnes Mackensen schreibt sich als erste Studentin ein und erhält 1915 als erste Absolventin ihr Architektur-Diplom.

1908: Zur Unterstützung des Rektors wird für die Verwaltung die Position eines Syndicus eingeführt, 1912 kommt ein zweiter hinzu.

1910: Unter Leitung des Hochbau-Professors Friedrich von Thiersch werden dringend notwendige Erweiterungsbauten errichtet. Dazu gehört auch der 37 m hohe, 1916 fertig gestellte Uhrenturm im sog. Luitpoldstil an der Gabelsbergerstraße. Der Thiersch-Turm zählt bis heute zu den Wahrzeichen der TUM. Seine aufwändige Renovierung wird im Jubiläumsjahr 2018 mit einem Festakt abgeschlossen.

1914: Zu Beginn des Ersten Weltkrieges ziehen viele Studenten, Professoren und Angestellte in den Krieg, sie gelten als beurlaubt. Die Zahl der Studenten reduziert sich von fast 2.800 im Sommer 1914 auf ca. 500 im Winter. Im Nordflügel entsteht später ein Reservelazarett, die Hochschule zeichnet Kriegsanleihen.

1918: Im November erfolgt der Waffenstillstand. Die Monarchie wird gestürzt. Trotz der politisch schwierigen Situation wird der Hochschulbetrieb so gut wie möglich fortgeführt. Der 1917 gegründete „Kriegsausschuss“ der Studierenden wird in den „Allgemeinen Studenten- Ausschuss“ (AStA) umgewandelt. Amalie Baur ist die erste weibliche Promovendin der THM.

In den Jahren der Weimarer Republik

1919: Die Kriegsheimkehrer drängen in die Hochschule. Die Studierendenzahl sprengt eine Rekordmarke nach der anderen: 1919 über 3.000, 1920 über 4.000, 1921 über 5.000.

1920: Die 1918 ausgefallene 50-jährige Jubiläumsfeier wird nachgeholt. Auf dem Podium sitzen auch Vertreter des AStA.

1922: Die Handelshochschule München wird integriert. Die Wirtschaftswissenschaften entstehen als 7. Abteilung. Einflussreiche Alumni und Industrievertreter gründen den Förderkreis „Bund der Freunde“. Er besteht heute noch. Dank seiner Spenden kann der Ausbau von Hochschulinstituten vorangetrieben werden.

1924: Oskar von Miller initiiert ein Forschungsinstitut für Wasserbau, das heutige Oskar von Miller-Institut der TUM in Obernach, Vorbild für viele Wasserbauinstitute weltweit. Studenten schließen sich zur Akademischen Fliegergruppe München e. V. (AkaFlieg) zusammen und bauen noch im selben Jahr das erste Segelflugzeug. Bis heute gibt es diese studentische Initiative. Erst im September 2017 startete wieder ein neues Segelflugzeug zu seinem Jungfernflug, die Mü 31.

1928: Um das private Engagement von Förderern zu würdigen, werden die Titel Ehrensenator und 1932 Ehrenbürger geschaffen. Die Hochschule Weihenstephan wird zunächst angegliedert und 1930 vollständig integriert in eine Landwirtschaftliche und eine Brautechnische Abteilung. Unter das Dach der THM kommt damit auch die Staatsbrauerei Weihenstephan, deren Tradition bis auf die Zeit um 1040 zurückgeht und die als älteste, noch bestehende Braustätte der Welt gilt.

1930: Der Chemiker Hans Fischer erhält als erster THM-Professor den Nobelpreis. Bis heute wurden 17 Wissenschaftler und Alumni mit Nobelpreisen ausgezeichnet.

Während der NS-Zeit

1933: Die konservative Professorenschaft leistet bei der NS-Machtübernahme keinen nennenswerten Widerstand. Die Hochschulautonomie wird de facto abgeschafft. Der Minister ernennt den ihm verantwortlichen „Führerrektor“. Die Abteilungen werden in Fakultäten umgewandelt: Allgemeine Wissenschaften (mit Wirtschaftswissenschaften und ab 1940 Chemie) sowie Bauwesen (mit Bauingenieur-, Vermessungswesen und Architektur), Maschinenwesen (mit Elektrotechnik), Landwirtschaft, Brauwesen. Jüdische Dozenten müssen die THM schon im Sommer verlassen, ab 1938 dürfen keine jüdischen Studenten neu immatrikuliert werden. Der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund (NSDStB) ist bereits seit Herbst 1930 die stärkste Fraktion im AStA.

1938: Der überzeugte Nationalsozialist Lutz Pistor wird Rektor und bemüht sich um eine stramm nationalsozialistische Ausrichtung der Hochschule. Das Klima ist durch Bespitzelung und Denunziantentum belastet. Die anfängliche Begeisterung weicht während der Kriegszeit Ernüchterung. Dennoch bleibt der Widerstand gegen das Regime an der THM rar. Die NS-Zeit an der THM wird derzeit wissenschaftlich aufgearbeitet für eine Ausstellung im NS-Dokumentationszentrum in München, die im Mai 2018 eröffnet wird.

1943: Trotz des fortschreitenden Krieges wird das 75-jährige Gründungsjubiläum mit einem akademischen Festakt gefeiert. Durch die Einberufungen geht die Zahl der männlichen Studierenden massiv zurück.

1944: Nachdem bereits einzelne Institute auf das Land verlagert wurden, siedelt nun die Fakultät für Landwirtschaft „vorläufig“ nach Weihenstephan um, das als einziger deutscher Hochschulcampus den Krieg unbeschädigt übersteht. Das „Provisorium“ hat bis heute Bestand und entwickelte sich zwischenzeitlich als Wissenschaftszentrum Weihenstephan zu einem Life Science Center von internationalem Rang.

Wiederaufbau und Expansion

1945: Die deutsche Wehrmacht kapituliert, der Krieg ist zu Ende. 80 Prozent der Gebäude auf dem Münchener Stammgelände sind zerstört. Hauptaufgaben der Professorenversammlung aus „Nichtparteigenossen“ sind neben dem Wiederaufbau die Entnazifizierung und die demokratische Neuausrichtung. Der Lehrbetrieb ruht.

1946: Architektur-Professor Wilhelm Vorhoelzer leitet den Wiederaufbau. Bewerber müssen bei der Immatrikulation mit einem Schein „Studentische Hilfsdienste“ nachweisen. Die Studenten packen fest mit an, räumen Schutt weg und reinigen Ziegelsteine zur Wiederverwendung. Am 8. April um 8 Uhr wird der Lehrbetrieb wieder aufgenommen. Die Studienbedingungen sind schwierig: überfüllte, ungeheizte Hörsäle, provisorische Labore. Und trotzdem: „Das Herz der Technischen Hochschule schlägt wieder“ (Münchner Merkur). Als erste außerordentliche Professorin der THM wird Liesel Beckmann berufen. Auf Beschluss des Kultusministeriums geht die Wirtschaftswissenschaftliche Abteilung an die LMU.

1948: 65 Prozent der Hochschule sind wiederhergestellt. 13.500 Studierende aller Münchner Hochschulen beteiligen sich an einer „Hungerdemonstration“.

1952: Die Studierendenzahl hat 4.400 erreicht und steigt weiter von Jahr zu Jahr an. Die Raumnot ist immens. So muss in den nächsten Jahren massiv in Erweiterungsbauten investiert werden (z. B. Mensa 1957, Nordgelände 1969, Südgelände 1972).

1955: Neun Jahre nach dem Verlust der Wirtschaftswissenschaften wird das Arbeits- und Wirtschaftswissenschaftliche Aufbaustudium (AWA) als damals völlig neue Studienrichtung eingeführt.

1956: Am 7. Mai wird das Rechenzentrum der THM als erstes seiner Art in Betrieb genommen. Glanzstück ist die „Programmgesteuerte Elektronische Rechenanlage München“ (PERM). Der Großrechner bildet den Ausgangspunkt für das heutige Leibniz-Rechenzentrum.

1957: Eine neue, erstmals durch die Hochschule selbst erarbeitete Satzung tritt in Kraft mit der seit Jahrzehnten erstrebten Eigenschaft als Körperschaft des öffentlichen Rechts. Die Syndici sind nun weisungsberechtigte Vorgesetzte der Hochschulverwaltung.

1958: Am 3. Januar wird der erste deutsche Forschungsreaktor („Atom-Ei“) in Garching mit einem Festakt an die THM übergeben. Er wird zum Symbol für den Fortschritt und macht die THM weltbekannt.

1962: Die Ausbildung für das Lehramt an beruflichen Schulen wird an die THM übertragen und die Räume der Vorgängerinstitute in der Lothstraße übernommen.

1965: Bei der größten studentischen Kundgebung in München seit 1948 demonstrieren an die 10.000 Studierende gegen den Bildungsnotstand. Auf dem Podium steht neben dem AStA-Vorsitzenden Klaus Irmscher der Rektor Heinrich Netz. Erstmals in der Hochschulgeschichte wird der AStA-Vorsitzende zu einer Rede am Dies academicus, dem höchsten akademischen Feiertag, eingeladen.

1967: 1967 gilt als Geburtsjahr der akademischen Informatik: Friedrich L. Bauer hält die erste Informatikvorlesung in Deutschland. Die Informatik wird zunächst ein Studienzweig in der Mathematik, 1982 dann eine eigene Fakultät. Die Fakultät für Medizin wird gegründet und das zuvor städtische Klinikum Rechts der Isar übernommen. Es rumort unter den Studierenden. Der studentische Konvent unter dem AStA-Vorsitzenden Günther Dengel beschließt ein allgemein-politisches Mandat.

1968: Im 100. Jahr ihrer Gründung ist die Hochschule auf über 9.000 Studierende und ca. 8.000 Bedienstete angewachsen. Bei der AStA-Wahl im Winter wird mit Gunthild von Löhneysen erstmalig eine Studentin gewählt. Auch wenn viele studentische Forderungen nicht erfüllt werden, so zeigen sie dennoch Wirkung und tragen zum Reformprozess an den Hochschulen bei. Beim Dies academicus findet letztmalig eine feierliche Verpflichtung der Studienanfänger statt. Auch Talare und Barette werden danach von den Professoren jahrelang nicht mehr getragen.

Von der Technischen Hochschule zur Technischen Universität

1970: Mit Wirkung vom 18. August stimmt das Kultusministerium der Umbenennung der Technischen Hochschule München (THM) in Technische Universität München (TUM) zu. Im Folgejahr wird die Einführung eines Kanzlers als Leiter der Hochschulverwaltung und Verantwortlichen für den Haushalt genehmigt. Erste Kanzlerin ist die bisherige 1. Syndica Angela Molitoris.

1972: Mehr als 10.000 Studierende sind eingeschrieben, erstmals liegt der Anteil der Studentinnen bei über 10 Prozent. Die Zentrale Hochschulsportanlage (ZHS) wird auf den Anlagen der Olympischen Spiele errichtet und über den allgemeinen Hochschulsport für alle Münchner Studierenden zur Verfügung gestellt sowie für die Sportlehrerausbildung, die 1973 mit der Gründung des Zentralinstituts für Sportwissenschaften an der TUM etabliert wird.

1974: Das im Oktober in Kraft getretene Bayerische Hochschulgesetz schreibt eine Präsidial- und Kanzlerverfassung vor und leitet eine tief greifende Umstrukturierung ein. Im Juli 1975 erfolgt die erste öffentliche Ausschreibung des Präsidenten-Amtes. Im April 1976 wird der letzte Rektor Ulrich Grigull zum ersten Präsidenten bestellt. Der erste gewählte Kanzler wird Heinrich Lampersberger. Die verfasste Studentenschaft wird abgeschafft. Der AStA konstituiert sich daraufhin als Verein.

1986: Es wird ein Kuratorium mit Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Kultur zur Unterstützung der Hochschule eingerichtet. Studierende veranstalten mit der IKOM das erste Karriereforum an der TUM. Heute ist die IKOM mit über 300 Ausstellern jährlich die größte Karrieremesse in Deutschland – organisiert von über 100 Studierenden.

1993: Das 125-jährige Gründungsjubiläum wird unter Präsident Otto Meitinger feierlich zelebriert und erstmals werden wieder Talare getragen.

1994: Ingrid Krau wird als erste ordentliche Professorin der TUM an den Lehrstuhl für Stadtraum und Stadtentwicklung berufen.

1995: Der Chemiker Wolfgang A. Herrmann (Diplom Chemie 1971) wird zum Präsidenten gewählt und gilt mit seinem mehr als 20-jährigen Wirken heute als einer der fundamentalen Reformer der TUM und des deutschen Hochschulwesens. Sein Ziel ist die eigenverantwortliche, wettbewerbsfähige und international operierende unternehmerische Universität.

1997: Am Campus Garching entsteht das Fakultätsgebäude Maschinenwesen. In den nächsten zwei Jahrzehnten folgen viele weitere Baumaßnahmen. Heute ist Garching der größte Standort der TUM mit mehr als 12.000 Studierenden. Es wird ein zentrales Fundraising aufgebaut.

1998: Im Jahr vor der Bologna-Deklaration werden die ersten Bachelor- und Masterstudiengänge eingerichtet.

1999: Mit Einführung einer neuen Organisationsstruktur wird die Operative von der Kontrolle getrennt. Die bislang an der LMU beheimateten Forstwissenschaften gehen an die TUM über. Auf Wunsch von Präsident Herrmann wird ein zentrales Alumni-Netzwerk aufgebaut, in dem sich bis heute über 60.000 Alumni registriert haben.

2000: Die drei am Standort Weihenstephan existierenden Fakultäten werden mit der Biologie zum Wissenschaftszentrum Weihenstephan für Ernährung, Landnutzung und Umwelt (WZW) zusammengeschlossen.

2002: Die UnternehmerTUM GmbH wird gegründet, um Starthilfe für Ausgründungen zu leisten. Es entsteht mit TUM Asia in Singapur der erste Auslands-Campus einer deutschen Universität. Die Fakultäten Sport- und Gesundheitswissenschaften sowie Wirtschaftswissenschaften werden gegründet.

2004: Die neue Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier- Leibnitz (FRM II) wird am Campus Garching in Betrieb genommen. Sie gehört zu den Wissenschaftlichen Zentralinstituten der TUM. Neben dem bereits 1988 gegründeten Walter Schottky Institut für Halbleiterphysik (WSI) gehören dazu das Zentralinstitut für Katalyseforschung sowie das Hans-Eisenmann-Zentrum für Agrarwissenschaften (beide 2008) und das Krebsforschungsinstitut TranslaTUM (2017).

2005: Als erstes Integrative Research Center entsteht das TUM Institute for Advanced Study (TUM-IAS), an dem Spitzenwissenschaftler in interdisziplinären Projekten an zukunftsweisenden Forschungsprojekten arbeiten. Es folgen 2010 die Munich School of Engineering (MSE) und 2012 das Munich Center for Technology in Society (MCTS).

TUM als Exzellenzuniversität

2006: Die TUM wird als eine von drei Exzellenzuniversitäten in Deutschland prämiert mit ihrem Zukunftskonzept der unternehmerischen Universität. Die International Graduate School of Science and Engineering (IGSSE) wird gegründet. Die EuroTech Universities Alliance mit der EPFL Lausanne, der TU Eindhoven und Danmarks Tekniske Universitet nimmt ihre Arbeit auf, ab 2012 mit einem gemeinsamen Büro in Brüssel. In Peking/China eröffnet das erste Auslandsbüro der TUM, dem weitere folgen: Mumbai/Indien (2011), Sao Paulo/Brasilien und Kairo/Ägypten (beide 2012) sowie San Francisco/ USA (2015).

2009: Als weitere Fakultät kommt die TUM School of Education für die Lehrerbildung hinzu.

2010: Die TUM gründet die TUM Universitätsstiftung, die innerhalb von fünf Jahren mehr als 35 Mio. Euro Stiftungskapital akquiriert. 2017 erhält sie für ihre Vorreiterrolle bei der Gewinnung von Förderern den Deutschen Hochschulfundraising-Preis. In Singapur wird TUM CREATE mit dem Forschungsschwerpunkt Elektromobiltät in Megacities initiiert. Zudem nimmt in diesem Jahr die TUM Graduate School ihre Arbeit auf, die zentrale Einrichtung für alle Promovierenden an der TUM.

2011: Das Konzept „TUM: Agenda Lehre“ wird im „Qualitätspakt Lehre“ ausgezeichnet.

2012: Die TUM wird erneut Exzellenzuniversität und führt das leistungsorientierte Karrieresystem TUM Faculty Tenure Track ein.

2013: In Berchtesgaden wird das Schülerforschungszentrum eingeweiht.

2014: Die TUM übernimmt die Trägerschaft für die Hochschule für Politik München.

2015: Am Campus Garching entsteht das Entrepreneurship Center der TUM und der UnternehmerTUM. Die TUM Universitätsstiftung erhält die bisher größte Donation in Höhe von 25 Mio. Euro. Förderer ist die Klaus Tschira Stiftung, ermöglicht wird damit ein neues Zentrum für die Multiple Sklerose-Forschung.

2016: Erstmals sind mehr als 40.000 Studierende immatrikuliert. Als 14. Fakultät wird die TUM School of Governance ins Leben gerufen. Das TUM Akademiezentrum Raitenhaslach in Burghausen wird eröffnet.

2017: Straubing wird der vierte Lehr- und Forschungsstandort der TUM neben München, Garching und Freising-Weihenstephan.

Zum Weiterlesen: Die beiden Bände „Technische Universität München: Die Geschichte eines Wissenschaftsunternehmens“, Hrsg. Wolfgang A. Herrmann, Berlin: Metropol 2006, können Sie im TUM Shop erwerben oder in der Bibliothek der TUM ausleihen.

Bild: Schon in ihrem Gründungsjahr kann die neue Hochschule das Gebäude an der Arcisstraße beziehen. Es war nach den Plänen von Gottfried von Neureuther erbaut worden, der selbst als Professor für Höhere Baukunst an die Polytechnische Schule berufen wird (Foto: TUM.Archiv. Nach einer Zeichnung von Ferd. Blöthner).

Dieser Artikel ist erschienen in KontakTUM 2/2017:

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